Denkanstöße

Aktualisiert: März 2

Für den Erhalt einer einzigartigen Naturlandschaft zu sein, die seinesgleichen sucht, heißt nicht, dass man grundsätzlich gegen Windenergie ist. Windkraft hat an Orten durchaus ihre Berechtigung, wo ganzjährig ausreichend Wind vorhanden ist UND Mensch und Natur nicht unmittelbar beeinträchtigt sind. Weder der Standort „Brand" noch „Staufenberg" sind im Windatlas des Umweltministeriums als geeignet ausgewiesen.

Die Karte zeigt beispielhaft die Ergebnisse der mittleren gekappten Windleistungsdichte in einer Höhe von 160 m über Grund. In waldreichen Regionen verschiebt sich das Windangebot in größere Höhen. Die Windzunahme mit der Höhe, der sogenannte Windgradient, ist hier gleichzeitig höher als an waldfreien Standorten. Dies führt zusammen mit dem Grundwindpotenzial dazu, dass sich für die Windenergie nutzbare Windverhältnisse meist erst in größeren Höhen finden. Vor diesem Hintergrund und aufgrund daraus resultierender Nabenhöhen wurde die Höhe 160 m als Basishöhe für die Beurteilung der Flächeneignung durch den Fachbeirat Windkartierung ausgewählt.

Die mittlere Windleistungsdichte ist ein meteorologischer Parameter, der sich aus den an einem Standort auftretenden Windgeschwindigkeiten in der entsprechenden Häufigkeit und der Luftdichte berechnet. In Bezug auf Windenergieanlagen ist sie ein direktes Maß dafür, wieviel Leistung der Wind beim Durchströmen des Rotors pro Rotorkreisfläche an einem Standort im Mittel für die Nutzung durch Windenergieanlagen bereitstellt. Da sich die Leistungsabgabe einer Windenergieanlage oberhalb der Windgeschwindigkeit, bei der die Anlage ihre Nennleistung erreicht, dem sog. Nennwind, aus technischen Gründen nicht mehr weiter erhöht, wird bei der mittleren gekappten Windleistungsdichte zusätzlich der Kappungswert der Windgeschwindigkeit von 15 m/s festgelegt. Windgeschwindigkeiten oberhalb des Kappungswertes werden in der Berechnung mit dem Kappungswert angesetzt.

www.lubw.baden-wuerttemberg.de


Dafür ist diese Landschaft mit ihrer wunderbaren Aussicht als Naherholungsgebiet weit bekannt und geschätzt, was die zahlreichen Wanderer und Naturliebhaber aus Nah und Fern zu jeder Jahreszeit auf dem „Alten Postweg“ bestätigen. Nicht umsonst wurden zwei Premiumwanderwege angelegt und die Parkmöglichkeiten erweitert.


Vereisung der Rotorblätter




Aufgrund der Vereisung der Rotorblätter im Winter ist ein Begehen der Windradumgebung zu dieser Zeit verboten – so auch mittlerweile im Windpark Verenafohren.

Sowohl der Premiumwanderweg „Alter Postweg“ als auch der Querweg Freiburg-Bodensee kommen am „Napoleonseck“ vorbei. Eine Begehung dieses Weges im Winter wäre somit bei vereisten Rotorblättern vorbei.

Stehende Windräder

Bei den Infoveranstaltungen wurde das Stehen der Windräder mehrfach angesprochen. Auffallend war, dass nach diesen Veranstaltungen bis zum Bürgerentscheid, die Windräder munter liefen. Nach dem Bürgerentscheid sieht man diese wieder vermehrt stehen………

Riesige Fundamente

Windräder mit der im Gewann Brand geplanten Höhe gibt es derzeit in Deutschland sehr wenige.

Je größer das Windrad, desto größer das Fundament. Die Windräder in Verenafohren sind 200 m hoch. Für diese war pro Windrad ein Fundament mit einer Breite von 22 m und 3,5 m Tiefe (mehr als 600 Kubikmeter Beton) erforderlich.

Die geplanten 240 m hohen Windräder im Brand werden noch ein größeres Fundament benötigen.

Nicht nur, dass sehr viele Bäume für den Windradbau weichen müssen, so ist selbst nach der Außerbetriebnahme des Windparks eine erneute Bewaldung nicht gesichert. Oftmals werden die Fundamente im Boden belassen, da deren Rückbau sehr aufwendig und teuer ist. Auf den „alten“ Fundamenten kann kein neues Windrad gebaut werden.

Zufahrt für den Windradbau

Bisher wurde die Zuwegung für den Windradbau noch nicht geplant. Es ist sicher, dass breite Wege jedoch benötigt werden. Sämtliche Wege in das Waldgebiet Brand – egal von welcher Ortschaft aus - dürften zu schmal sein. Auch hierfür wird die Natur verändert werden.

Stromleitungen

Der erzeugte Strom muss in das Stromnetz eingespeist werden. Watterdingen ist bereits durch Starkstromleitungen belastet.

Können diese Leitungen überhaupt noch mehr Strom aufnehmen?

Sollen nun nochmals weitere Leitungen hinzukommen?

Wie viele Stromleitungen müssen wir noch ertragen?

Waldbrandgefahr

Durch die exponierte Lage von Windrädern sind diese bei Gewittern stark gefährdet. Tatsächlich schlägt sehr oft ein Blitz in Windräder ein, weshalb in ihnen auch besondere Brandschutzvorkehrungen getroffen werden müssen.

Sollte ein Windrad in Brand geraten, wird es für Waldflächen gefährlich.

Ist unsere Feuerwehr darauf vorbereitet?

Wo soll im Gewann Brand das Löschwasser herkommen?

Ist an Löschwassertanks gedacht, was zusätzliche Rodungen und Entfernung von Waldboden bedeuten würde?

Wer bezahlt das?

Auch in Verenafohren kam es erst dieses Jahr zu einem Blitzeinschlag. Die lokale Presse wollte aber ohne Genehmigung von der solarcomplex AG nicht darüber informieren. Am 18.08.2020 erschien nun ein Artikel im Südkurier über die Reparaturarbeiten des Windparks. Rotmilan




Der bei uns heimische Rotmilan gehört zu den streng geschützten Vogelarten. Für das Genehmigungsverfahren von Windkraftanlagen ist wesentlich, wie viele Horste sich im geplanten Baugebiet befinden.

Derzeit laufen die Beobachtungen der Rotmilane.

Weshalb genehmigt die Stadt Engen genau in dieser Zeit einer Pyrotechnikfirma Probefeuerwerke im Staufenberg?

Warum fällt die Stadt Tengen genau in dieser Zeit Bäume im Brand?

Geschäftstüchtigkeit

Mittlerweile wurde auch die Stadt Geisingen von der solarcomplex AG für einen Windpark in Leipferdingen angesprochen.

Aus 3 geplanten Windrädern im Brand (Stadt Tengen), mach durch Stadt Engen 4 Windräder (2mal Brand, 2mal Staufenberg), mach durch Stadt Geisingen viele Windräder……….

Im Fragekatalog der Stadt Tengen zum Windradbau, wird die Frage „Sind noch weitere Windräder geplant?“ taktisch mit: „AKTUELL sind keine weiteren Windräder geplant“ beantwortet……

Gewinner und Verlierer

Neben den Investoren haben auch Politiker ein großes Interesse den Windpark zu bauen.

Die Bundes- und Landesregierung und auch Bürgermeister werden durch Fridays-for-Future –Bewegung unter Druck gesetzt. Um Wählerstimmen zu bekommen und von Jungwählern gewählt zu werden, ist es für sie wichtig, Klimaschutz im Wahlprogramm zu haben. Am wirkungsvollsten ist es natürlich, wenn man gleich ein gestartetes Projekt präsentieren kann.

Egal, wie viel Strom dort tatsächlich produziert und eingespeist werden kann.

Egal, wie viel Natur dort auf der Strecke bleibt.

Egal, wie sehr die Anwohner beeinträchtigt werden.

Egal, wie viel giftige Abfälle und Sondermüll durch den Rückbau eines Windrades entstehen.

An der IG Hegau-Wind sind die Gemeinden Engen, Steißlingen, Singen, Radolfzell, Stockach, Tuttlingen und neben drei deutschen Energieunternehmen auch zwei schweizerische Energieunternehmen beteiligt und erfüllen durch realisierte Projekte die Wünsche der Regierung, ohne dass diese Gemeinden selbst auf Ihrer Gemarkung Windräder bauen müssen. So bleiben deren Ortschaften frei von Windradgiganten und frei von Protesten ihrer Bewohner.

Nach Rentabilität und Sinnhaftigkeit wird hier in erster Linie nicht gefragt!

Hauptsache, man kann behaupten, man habe etwas für das Klima getan und selbst hat man keine Windradgiganten vor der Haustür – so haben leider auch sehr viele Wähler beim Tengener Bürgerentscheid gedacht.

Fridays-for-Future – rettet das Klima!

Die nachfolgenden Generationen haben es verdient, dass ihr zu Hause geschützt wird und lebenswert bleibt.

Hierzu gehört, dass sich die Menschheit endlich von Ihrem Denken „noch größer – noch weiter – noch höher- noch neuer - noch mehr Umsatz- noch mehr Erfolg….“ löst.

Dieses Denken macht unzufrieden und ist in großen Teilen veranwortlich für die Umweltverschmutzung, da nachhaltiges Denken nicht stattfindet. Zu vielen Menschen geht es nur darum, viel Geld zu verdienen und ihre egoistischen Ziele zu verwirklichen.

Geld regiert leider nach wie vor die Welt.

Bei der Werbung für die Windkraftanlagen ist der Klimaschutz ein Aushängeschild und trifft den Nerv der Zeit. Nur sollte das Wort „Klimaschutz“ nicht nur als Reizwort verwendet werden, sondern muss auch hinterfragt werden.

Retten die Windkraftanlagen Brand und Staufenberg - an einem offensichtlich ungeeigneten Standort - das Weltklima, …

…wenn in anderen Ländern auf der Welt vermehrt wieder auf Atomkraft gesetzt wird?

…wenn weiterhin immens CO2 produzierende Kreuzfahrtschiffe, Frachtschiffe, Flugzeuge stark genutzt werden?

…wenn die Menschheit UND auch die Fridays-for-Future-Jugend nicht bereit ist, stromsparender und nachhaltiger zu leben und weniger Energie zu verbrauchen?

Weniger Stromverbrauch ist der beste Ökostrom!

Pachteinnahmen

Im Flyer der Stadt Tengen wird von etwa 2,4 Mio. Erträgen in 20 Jahren gesprochen. Umgerechnet wären dies pro Jahr 120.000 €, was an Pacht- und Gewerbesteuereinahmen erzielt würden. Mit diesem Betrag wurde bisher auch immer für den zu erwartenden Geldsegen geworben.

Die Antwort des Vertreters von der solarcomplex AG lautete jedoch, dass nur eine Pacht von 50.000 € für insgesamt 3 Windräder gesichert sei !

Diese Aussage wurde mit vergleichbaren Zahlen bei einem persönlichen Gespräch durch Bürgermeister Schreier nach der Tengener Bürgerabstimmung bestätigt. Der Pachtvertrag laufe 20 Jahre (mit Verlängerungsoption). Die Garantiepacht betrage pro Windrad 20.000 €. Ab dem 13. Jahr pro Windrad 25.000 €. Zusätzlich sei ein Erfolgsbonus von 5%/Jahr vom Nettogewinn vereinbart.

Und dafür opfern und verkaufen wir unsere Natur ??

Ohne schlechten Gewissens wurden die Bürger mit geschönten Zahlen geblendet!

Corona

Unser aller Leben hat sich durch Corona verändert.

Als positiver Nebeneffekt stellen wir fest, dass wir Menschen die Natur und unsere Heimat mehr schätzen. Wir können dankbar sein, den Hegau unsere Heimat nennen zu können. Hier finden wir eine einzigartige Natur, Ruhe, gute Luft, Wege mit traumhafter Aussicht – und all das ohne weite Wege in Anspruch nehmen zu müssen.

Und deshalb dürfen wir nicht zulassen, dass diese Natur nachhaltig zerstört wird!

Helfen auch Sie mit und erheben Sie Ihre Stimme gegen diesen Wahnsinn!

Wer sich für etwas einsetzt, kann scheitern, wer nichts tut und nur zuschaut, ist schon gescheitert.

Noch ist der Bau dieser Windradgiganten nicht genehmigt. Noch hat der Hegau eine Chance so einzigartig und wunderschön zu bleiben wie er ist!

Für Dich, für die nachfolgenden Generationen, für die Tierwelt, für uns alle !

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